Der diskrete Charme der Bourgeoisie

Sendezeit: 21:55 - 23:35, 27.09.2021
Genre: Komödie
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  • Darsteller: Bulle Ogier (Florence), Stéphane Audran (Alice Sénéchal), Jean-Pierre Cassel (Henri Sénéchal), Fernando Rey (Rafael Acosta), Delphine Seyrig (Simone Thévenot), Paul Frankeur (François Thévenot), Julien Bertheau (Dufour), Milena Vukotic (Inès), Claude Piéplu (Colonel)
  • Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière
  • Regie: Luis Buñuel
  • Kamera: Edmond Richard
  • Musik: Galaxie Musique
  • Produzent: Serge Silberman
  • Andere Personen: Hélène Plemiannikov, Guy Villette
Frankreich / Italien / Spanien (1972) Simone Thévenot und ihr Mann François planen zusammen mit Alice Sénéchal und ihrem Gatten Henri ein opulentes Abendessen. Mit von der Partie sind auch Simones alkoholabhängige Schwester Florence sowie der eitle Pfau Don Rafael Acosta, seines Zeichens Botschafter des südamerikanischen Staates Miranda. Doch aufgrund ständiger Störungen und Missverständnisse kommt die Gesellschaft einfach nicht zum Essen zusammen; mal erscheinen die Gäste am falschen Tag, dann ist der Wirt des Lokals verstorben und im Nebenzimmer aufgebahrt, oder die Gastgeberinnen und Gastgeber sind zum vereinbarten Termin zu sehr mit ihrem Sexualleben beschäftigt. Statt zu essen gibt man sich dem Small Talk hin, schwelgt in Klassendünkel und Snobismus und landet bei Träumen und Erzählungen. Bald weiß niemand mehr, ob man sich gerade in der Realität oder in einem sehr merkwürdigen Phantasma befindet.
Hintergrundinformationen: Oscarprämierte Satire auf die Bourgeoisie von Luis Buñuel. Der Film macht sich über die durch und durch korrupten Stützen der Gesellschaft - die Bourgeoisie, die Politik, die Polizei und die Kirche - lustig, ohne schulmeisterlich zu sein. Stattdessen geht es Buñuel darum, die unantastbaren Riten, Gebräuche und Konventionen so hartnäckig zu untergraben, dass davon nur mehr das hohle Theater, die sinnlose Geste übrigbleibt. "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" gewann 1973 den Prix Méliès der französischen Filmkritik. Im gleichen Jahr wurde er bei den Golden Globes und den Academy Awards als bester fremdsprachiger Film nominiert und gewann schließlich den Oscar. Der Meister-Regisseur Luis Buñuel und sein langjähriger, unlängst verstorbener Drehbuchautor Jean-Claude Carrière waren mit diesem verspielten, narrativ gebrochenen Film auf der Höhe der Zeit. Immer wieder hat Buñuel sein Lieblingshassobjekt, die parasitäre Oberschicht, porträtiert und kritisiert, aber selten so unterhaltsam wie hier.