Madame Bovary

Sendezeit: 20:15 - 22:35, 29.09.2021
Genre: Dramafilme
  • Darsteller: Isabelle Huppert (Emma Bovary), Jean-François Balmer (Charles Bovary), Christophe Malavoy (Rodolphe Boulanger), Jean Yanne (Apotheker Homais), Lucas Belvaux (Léon Dupuis), Jean-Louis Maury (Lheureux), Florent Gibassier (Hippolyte), Jean-Claude Bouillaud (Rouault), Christiane Minazzoli (Witwe Lefançois), Jacques Dynam (Pfarrer Bournisien)
  • Drehbuch: Claude Chabrol
  • Regie: Claude Chabrol
  • Kamera: Jean Rabier
  • Musik: Matthieu Chabrol
  • Produzent: Marin Karmitz
  • Andere Personen: Gustave Flaubert, Monique Fardoulis
Frankreich (1991) Für Emma Bovary wird eine Einladung auf einen rauschenden Ball zum schönsten Moment ihres Lebens. Doch am nächsten Morgen holt sie der Alltag wieder ein. Charles weiß die Sehnsucht seiner jungen Frau nicht zu deuten: Hat sie nicht alles, um glücklich zu sein? Vielleicht fehlt ihr das Stadtleben mit seinen Abwechslungen und Zerstreuungen. Das Paar zieht schließlich nach Yonville, einem Vorort von Rouen, wo in der Tat mehr Geschäftigkeit herrscht und wo Emma neue Menschen kennenlernt, so den stets dozierenden Apotheker Homais und den jungen Léon Dupuis, der Musik und Gedichte liebt. Auch Emma schwärmt dafür, vor allem aber fühlt sie sich in Léons Gesellschaft wohl.
Doch Léon reist nach Rouen, um dort seine Notarausbildung abzuschließen. Nun fühlt sich Emma noch einsamer. Auch die Geburt ihrer Tochter gibt ihr keinen neuen Lebensinhalt; sie kümmert sich kaum um das Kind. Der treu ergebene Charles geht ihr auf die Nerven, auch von Pfarrer Bournisien fühlt sie sich unverstanden.
Auf der Bauernmesse lernt sie den leichtlebigen Gutsherrn Rodolphe Boulanger kennen und lässt sich von ihm verführen. Die junge Frau träumt von einem neuen Lebensglück - mit Rodolphe. Doch der denkt nicht im Entferntesten daran, sondern verlässt sie. Emma tröstet sich mit verschwenderischen Einkäufen über den Verlust hinweg und lässt sich vom Stoffhändler Lheureux teure Ballkleider fertigen.
Bei einem Theaterbesuch in Rouen trifft sie zufällig Léon und wird seine Geliebte. Doch inzwischen ist sie hoch verschuldet und Lheureux droht, ihre Habe und das Haus des völlig arglosen Charles Bovary zu pfänden. In ihrer Not fleht Emma Rodolphe und Léon um Hilfe an, doch vergeblich. Völlig verzweifelt beschafft sie sich bei Apotheker Homais Arsen.
Hintergrundinformationen: Claude Chabrols Film erzählt die Geschichte der Emma Bovary, die an dem inneren Zwiespalt zwischen ihren persönlichen Sehnsüchten und der provinziellen Enge ihres Lebens zerbricht. Mit "Madame Bovary" hat der französische Filmregisseur Claude Chabrol 1991 den gleichnamigen Roman (1856) von Gustave Flaubert verfilmt. Die Filmzeitschrift "epd Film" urteilte: "Es entsteht ein dichtes Drama, dem man auch bei einer Länge von mehr als zwei Stunden gespannt folgt. Bemerkenswert ist der Schnitt, der mit seinem stetigen Rhythmus und seiner Logik der unerbittlichen Präzision Flauberts gerecht wird. Chabrols Darsteller sind hervorragend. Bei den Golden Globes wurde "Madame Bovary" als bester fremdsprachiger Film nominiert. Es folgte eine Nominierung für den Oscar in der Kategorie Bestes Kostüm. Beim Internationalen Moskauer Filmfestival wurde Isabelle Huppert als beste Darstellerin ausgezeichnet.