Wenn die Gondeln Trauer tragen

Sendezeit: 20:15 - 22:00, 26.01.2022
Genre: Psychothriller
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  • Darsteller: Julie Christie (Laura Baxter), Donald Sutherland (John Baxter), Hilary Mason (Heather), Clelia Matania (Wendy), Massimo Serato (Bischof Barbarrigo), Renato Scarpa (Inspektor Longhi), Sharon Williams (Christine Baxter)
  • Drehbuch: Allan Scott, Chris Bryant
  • Regie: Nicolas Roeg
  • Kamera: Anthony Richmond
  • Musik: Pino Donaggio
  • Produzent: Peter Katz
  • Andere Personen: Daphne du Maurier, Graeme Clifford
Großbritannien (1973) Nach dem tragischen Unfalltod ihrer über alles geliebten Tochter Christine kommen der Restaurator John Baxter und seine Frau Laura nach Venedig. John betreut hier eine Kirchenrenovierung. Fern der englischen Heimat versucht das Ehepaar, den Schicksalsschlag zu verkraften. Doch dann begegnen ihnen zwei mysteriöse Schwestern, von denen eine, die erblindete Heather, scheinbar über hellseherische Fähigkeiten verfügt. Sie teilt der trauernden Laura mit, dass sie Kontakt zu Christine habe, deren Geist vor einer großen Gefahr warne. Von der Nachricht schockiert bricht Laura zunächst zusammen, fasst dann aber schnell Vertrauen zu den beiden älteren Damen. John will hingegen von Heathers Visionen nichts wissen. Dabei hat John selbst das "zweite Gesicht" - und wie schon vor dem Tod Christines ahnt er auch jetzt wieder Schreckliches. Seine Vorahnungen kreisen um die seltsamen Schwestern und die Mordserie, die Venedig erschüttert. Doch die wahren Zusammenhänge erkennt er erst, als es bereits zu spät ist.
Hintergrundinformationen: Nicolas Roegs Mystery-Thriller "Wenn die Gondeln Trauer tragen", der anfangs als B-Movie belächelt wurde, ist längst zum Kultfilm avanciert. "Nichts ist das, was es scheint", sagt John Baxter bereits zu Beginn des Films und in diesem Sinn nimmt die Tragödie Fahrt auf. Kunstvoll montiert Roeg Rückblenden und Vorverweise, so dass aus dem Spiel mit den Zeitebenen ein Puzzle aus Wirklichkeit und Visionen entsteht. Der auf einer Erzählung von Daphne du Maurier basierende Film ist ebenso spannend wie poetisch. Legendär ist die Liebesszene zwischen Julie Christie und Donald Sutherland, bei der Bilder der nackten Körper mit dem Ankleiden des Paares nach dem Sex unterschnitten werden; Nähe und Distanz, Intimität und Entfremdung werden so parallel ins Spiel gebracht. Der britische Kameramann und Regisseur Nicolas Roeg hat in seinen Filmen "Performance" (1970), "Walkabout" (1971), "Der Mann, der vom Himmel fiel" (1976), "Eureka" (1983), "Track 29 - Ein gefährliches Spiel" (1988), "Hexen hexen" (1990) und "Kalter Himmel" (1991) immer wieder das Ineinandergreifen von Realität und Fiktion zum Thema gemacht.