plan b, Clever in die Zukunft - Alternativen für die Energiewende

Sendezeit: 17:35 - 18:05, 12.11.2022
Genre: Dokumentation
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
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  • Von: Juliane Kussmann, Torben Schmidt
Deutschland / Niederlande (2022) Unsere Energieversorgung ist schmutzig, teuer und bringt uns in fatale Abhängigkeiten. Seit den explodierenden Öl- und Gaspreisen ist klar: Die Energiegewinnung muss künftig anders aussehen.
Drei Pioniere zeigen, wie wir eine klimafreundliche und krisensichere Energieversorgung schaffen können. Die Vereinbarkeit von Klimaschutz und Versorgungssicherheit ist eine lösbare Aufgabe - man muss es nur tun.
Martin Lass hat schon vor Jahren erkannt: Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit sind keine Gegensätze. Als Landwirt betreibt er auf seinem Familienhof eine Biogasanlage, die in Zeiten der Krise einen Boom erlebt. Sein Vater hat einmal gesagt: "Jede Generation bei uns macht etwas Neues." Das hat sich Martin Lass zu Herzen genommen und sorgt dafür, dass nachhaltige Energie speicherbar wird. Und zeigt in der Gemeinde Gettorf, wo er schon sein ganzes Leben wohnt, dass es regionale Lösungen gibt, die oft besser sind, als darauf zu warten, dass große Versorger endlich nachhaltige Energie bereitstellen. Dank einem Biogas- und Wärmespeicher ist die Energie und Wärme dann nutzbar, wenn sie auch benötigt wird.
Auch Cornelius Paul hat den Grundstein seiner Idee vor mehreren Jahren gelegt: Solardachziegel. Während Elon Musk noch immer an seinem Solar Roof feilt, hat Cornelius Paul schon 600 Häuser mit seinen Solardachziegeln gedeckt. Wer es nicht weiß, sieht es kaum. Die Dachziegel sehen aus, wie Dachziegel eben aussehen - nur dass sie Solarzellen eingebettet haben. Doch von der ersten Idee bis zum heutigen Produkt liegt ein langer Weg, viel Schweiß und Kopfzerbrechen. Und trotz des fertig entwickelten Produkts, einiger Solardächer als proof of concept, hat er das gleiche Problem wie alle, die etwas bauen wollen: die fehlenden Handwerker.
Dass aus Krisen auch Chancen erwachsen können, davon ist Lars Angenent überzeugt. Der niederländische Mikrobiologe und Bioingenieur forscht an der Universität Tübingen zu Mikroben. Winzig kleine Lebewesen, die eines unserer größten Probleme lösen könnten: die Speicherung erneuerbarer Energie. Und die Umsetzung ist simpel: Durch Windstrom erzeugter Wasserstoff kann gewissermaßen an die Mikroben verfüttert werden, die dabei CO2 binden und Methan, also Biogas, produzieren. Ein großer Schritt in die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und in eine sichere Versorgung.

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