In der Sendung "phoenix persönlich" spricht Jörg Thadeusz mit dem Politikwissenschaftler und Iran-Experten Ali Fathollah-Nejad darüber, wie gefestigt die Macht des Mullah-Regimes tatsächlich ist, wie sinnvoll Sanktionen sind, wie stark die Opposition ist und darüber, wie die Außenpolitik des Westens gegenüber dem Iran aussehen sollte.
"Die Strategie unserer Diplomatie ist die sogenannte leise Diplomatie", sagt der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad mit Blick auf die deutsche Iran-Politik. "Aber sie ist natürlich vollends gescheitert. Denn die Iraner reagieren eher nicht auf Schwäche oder leise Diplomatie, was sie als Schwäche auslegen, sondern auf Stärke." Das grundlegende Problem der Iran-Politik der letzten Jahre von der Biden-Administration bis nach Europa sei gewesen, so Fathollah-Nejad weiter, dass in Teheran der Eindruck entstanden sei, dass, egal was man mache, es keine harten Konsequenzen gebe, "weder auf Sanktionslevel, auch nicht militärisch".
Fathollah-Nejad, der auch Gründer und Direktor des Center for Middle East and Global Order ist, spricht mit Blick auf die Stabilität der Islamischen Republik von einer "Scheinstabilität" aufgrund struktureller Krisen und mangelndem Rückhalt in der Region. Hinzu käme eine "absolute historische Zäsur" im vergangenen Jahr: "Das ist eine absolute geopolitische Revolution, was wir im letzten Jahr im Nahen, Mittleren Osten gesehen haben: Die sogenannte Achse des Widerstands, die von Iran angeführt wurde, mehr oder weniger zerstört wurde durch Israel, so dass die Islamische Republik nunmehr dasteht, wie ein Kaiser ohne Kleider."
Aktuell gebe es eine große Nervosität seitens der iranischen Machthaber gegenüber Trump, erklärt Fathollah-Nejad. Trump habe dem Obersten Führer Chamenei einen Brief geschickt, und die iranische Seite gehe davon aus, dass eine Entwaffnung Irans gefordert werde. "Also, es geht nicht mehr nur um das Atomprogramm, dass es zurückgefahren wird, sondern es geht auch um die Beschränkung des Raketenprogramms und auch um die Beschränkung der Finanzierung der Achse des Widerstands durch Iran. Mit anderen Worten: Es geht um das Ende des Business- Modells der Islamischen Republik. Die Iraner fürchten - nicht zu Unrecht - eine Kapitulation unter einem Trumpschen Diktat."
Mit Verweis auf das Assad-Regime macht Fathollah-Nejad deutlich, dass Diktaturen "eigentlich auch schwach" seien und schnell kollabieren könnten, zumal, wenn die Unterstützung innerhalb der Bevölkerung fehle: "Wir haben ähnliche Risse und Szenarien auch in der Islamischen Republik Iran. Also, die Bevölkerung steht nicht hinter dem Regime, sondern ist gegen das Regime. Auch gibt es Risse innerhalb des Sicherheitsapparates. Also ist die Frage, wie sich dann die Streitkräfte tatsächlich positionieren, falls es zum nächsten großen Aufstand kommt. Und dieser Aufstand wird wahrscheinlich früher oder später kommen." Für Politikwissenschaftler Fathollah-Nejad ist klar, "dieses System liegt im Sterben". Die große Mehrheit der iranischen Bevölkerung wolle "eine Demokratisierung, eine Säkularisierung, ein Ende der Diktatur."
"Die Strategie unserer Diplomatie ist die sogenannte leise Diplomatie", sagt der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad mit Blick auf die deutsche Iran-Politik. "Aber sie ist natürlich vollends gescheitert. Denn die Iraner reagieren eher nicht auf Schwäche oder leise Diplomatie, was sie als Schwäche auslegen, sondern auf Stärke." Das grundlegende Problem der Iran-Politik der letzten Jahre von der Biden-Administration bis nach Europa sei gewesen, so Fathollah-Nejad weiter, dass in Teheran der Eindruck entstanden sei, dass, egal was man mache, es keine harten Konsequenzen gebe, "weder auf Sanktionslevel, auch nicht militärisch".
Fathollah-Nejad, der auch Gründer und Direktor des Center for Middle East and Global Order ist, spricht mit Blick auf die Stabilität der Islamischen Republik von einer "Scheinstabilität" aufgrund struktureller Krisen und mangelndem Rückhalt in der Region. Hinzu käme eine "absolute historische Zäsur" im vergangenen Jahr: "Das ist eine absolute geopolitische Revolution, was wir im letzten Jahr im Nahen, Mittleren Osten gesehen haben: Die sogenannte Achse des Widerstands, die von Iran angeführt wurde, mehr oder weniger zerstört wurde durch Israel, so dass die Islamische Republik nunmehr dasteht, wie ein Kaiser ohne Kleider."
Aktuell gebe es eine große Nervosität seitens der iranischen Machthaber gegenüber Trump, erklärt Fathollah-Nejad. Trump habe dem Obersten Führer Chamenei einen Brief geschickt, und die iranische Seite gehe davon aus, dass eine Entwaffnung Irans gefordert werde. "Also, es geht nicht mehr nur um das Atomprogramm, dass es zurückgefahren wird, sondern es geht auch um die Beschränkung des Raketenprogramms und auch um die Beschränkung der Finanzierung der Achse des Widerstands durch Iran. Mit anderen Worten: Es geht um das Ende des Business- Modells der Islamischen Republik. Die Iraner fürchten - nicht zu Unrecht - eine Kapitulation unter einem Trumpschen Diktat."
Mit Verweis auf das Assad-Regime macht Fathollah-Nejad deutlich, dass Diktaturen "eigentlich auch schwach" seien und schnell kollabieren könnten, zumal, wenn die Unterstützung innerhalb der Bevölkerung fehle: "Wir haben ähnliche Risse und Szenarien auch in der Islamischen Republik Iran. Also, die Bevölkerung steht nicht hinter dem Regime, sondern ist gegen das Regime. Auch gibt es Risse innerhalb des Sicherheitsapparates. Also ist die Frage, wie sich dann die Streitkräfte tatsächlich positionieren, falls es zum nächsten großen Aufstand kommt. Und dieser Aufstand wird wahrscheinlich früher oder später kommen." Für Politikwissenschaftler Fathollah-Nejad ist klar, "dieses System liegt im Sterben". Die große Mehrheit der iranischen Bevölkerung wolle "eine Demokratisierung, eine Säkularisierung, ein Ende der Diktatur."
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