Das Massaker von Katyn

Sendezeit: 20:15 - 22:10, 04.03.2026
Genre: Dramafilme
  • Darsteller: Andrzej Chyra (Leutnant Jerzy), Maja Ostaszewska (Anna), Artur Zmijewski (Andrzej), Danuta Stenka (Róza), Jan Englert (General), Magdalena Cielecka (Agnieszka)
  • Drehbuch: Przemyslaw Nowakowski, Wladyslaw Pasikowski, Andrzej Wajda, Andrzej Mularczyk
  • Regie: Andrzej Wajda
  • Kamera: Pawel Edelman
  • Musik: Krzysztof Penderecki
  • Produzent: Michal Kwiecinski
  • Andere Personen: Andrzej Mularczyk, Milenia Fiedler, Rafal Listopad
Polen (2007) Das Meisterwerk von Andrzej Wajda - oscarnominiert als bester fremdsprachiger Film - beleuchtet eines der verdrängten Kapitel des Zweiten Weltkriegs: die Ermordung von rund 22.000 polnischen Offizieren und weiteren Kriegsgefangenen durch die sowjetische Geheimpolizei im Frühjahr 1940. Jahrzehntelang wurde diese Tragödie vertuscht, die Wahrheit durch Propaganda und politische Interessen verwischt. Wajda, dessen Vater selbst in Katyn ermordet wurde, erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Hinterbliebenen - Ehefrauen, Mütter, Schwestern -, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung um Gewissheit ringen. Der Film "Das Massaker von Katyn" verwebt persönliche Schicksale mit der großen historischen Lüge und zeigt, wie die Manipulation von Fakten ganze Generationen prägte.
Im April 2025 erinnerte Polens Ministerpräsident Donald Tusk angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine an Katyn als Mahnung vor den Gefahren von Desinformation und staatlicher Gewalt. Wajdas Werk wird so zu einem zeitlosen Appell für Wahrheit und Verantwortung - gestern wie heute. "Das Massaker von Katyn" ist nicht nur ein historisches Drama, sondern eine Warnung vor der Macht der Geschichtsfälschung in einer Welt, in der Faktenverdrehung erneut zur Waffe wird. Ein Film, der die Frage stellt: Wie lange kann eine Gesellschaft mit verdrängter Geschichte leben - und was bedeutet das für unsere Gegenwart?
Hintergrundinformationen: Regisseur Andrzej Wajda arbeitet mit diesem Film ein Trauma der polnischen Geschichte auf. Erst 1990 räumte Gorbatschow ein, dass die sowjetische Regierung für den Massenmord verantwortlich war. Wajda legt den Fokus nicht nur auf die Aufklärung einer Staatslüge, sondern will auch der Opfer gedenken, zu denen auch sein Vater gehört. Bekannt wurde der 2016 verstorbene Regisseur, dessen Filme zwischen 1975 und 2007 vier Mal ins Rennen um den Oscar für die beste internationale Produktion gingen, unter anderem mit "Das Gelobte Land" (1975) und "Der Mann aus Eisen" (1981).