Deutschland (2025)
Die Musikgeschichte ist voller Rätsel und Überraschungen. Gibt es so etwas wie Johann Sebastian Bachs "Unvollendete"? Präziser: eine unvollendete Passion? Seit fast 150 Jahren rätselt die Bachforschung über ein verschollenes Passionsoratorium des Thomaskantors. Zumindest fand sich in der Forschungsbibliothek im Gothaer Schloss ein gedrucktes Libretto, das der Dichter Picander - einer von Bachs Lieblingslibrettisten - 1725 veröffentlicht hat. Sicher ist zumindest, dass Picander Ausschnitte dieses Textbuchs in die spätere Matthäus-Passion übernahm. Im Bach-Werke-Verzeichnis wird die "Unbekannte" deswegen bislang als Werk ohne geklärte Zuschreibung aufgeführt.
Picanders Libretto ist beeinflusst von der berühmten Passionsdichtung "Der für die Sünde der Welt gemarterte und Sterbende Jesus" des Barthold Heinrich Brockes. Georg Friedrich Händel hat diesen vertont, eine Abschrift fand man in Bachs Bibliothek. Diese scheint ihn zum vorliegenden Passionsoratorium inspiriert zu haben. Da der Bibeltext in einem solchen Werk nicht wörtlich, sondern in eine freie dichterische Form übertragen wird, könnte das Werk das Missfallen des Leipziger Stadtrates erregt haben und so der Textzensur zum Opfer gefallen sein.
Der Cembalist und Dirigent Alexander Grychtolik hat sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Er wagte es, ein lange vergessenes Passionsoratorium von Johann Sebastian Bach zu rekonstruieren und zu vervollständigen. Zusammen mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino gelang es ihm, dieses fast vergessene Werk zum Leben zu erwecken. Premiere feierte das Werk während der Thüringer Bachwochen 2025 in der malerischen Stadtkirche Schmalkalden.
Picanders Libretto ist beeinflusst von der berühmten Passionsdichtung "Der für die Sünde der Welt gemarterte und Sterbende Jesus" des Barthold Heinrich Brockes. Georg Friedrich Händel hat diesen vertont, eine Abschrift fand man in Bachs Bibliothek. Diese scheint ihn zum vorliegenden Passionsoratorium inspiriert zu haben. Da der Bibeltext in einem solchen Werk nicht wörtlich, sondern in eine freie dichterische Form übertragen wird, könnte das Werk das Missfallen des Leipziger Stadtrates erregt haben und so der Textzensur zum Opfer gefallen sein.
Der Cembalist und Dirigent Alexander Grychtolik hat sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Er wagte es, ein lange vergessenes Passionsoratorium von Johann Sebastian Bach zu rekonstruieren und zu vervollständigen. Zusammen mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino gelang es ihm, dieses fast vergessene Werk zum Leben zu erwecken. Premiere feierte das Werk während der Thüringer Bachwochen 2025 in der malerischen Stadtkirche Schmalkalden.
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