Der letzte Patriarch

Sendezeit: 20:15 - 21:45, 11.04.2026
Genre: Dramafilme, Episode 1
  • Hörfilm, Sendung mit akustischer Bildbeschreibung
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • Darsteller: Mario Adorf (Konrad Hansen), Hannelore Elsner (Ruth Buchleitner), Max Urlacher (Lars Hansen), Kai Scheve (Sven Hansen), Ursula Karven (Valerie Hansen), Heio von Stetten (Florian von Wachsmuth), Julia Richter (Britta), Anian Zollner (Tilmann), Tina Bordihn (Maja Hansen), Tan Kheng Hua (Mei Jing), Jason Chan (Tao), Bill Teoh (Dr. Hu)
  • Drehbuch: Brigitte Blobel
  • Regie: Michael Steinke
  • Kamera: Dieter Sasse
  • Musik: Jens Langbein, Robert Schulte Hemming
  • Personenhinweise: Zum Tod von Mario Adorf (08.09.1930 - 08.04.2026)
Deutschland (2010) Der Schauspieler Mario Adorf starb am Mittwoch, dem 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren. Aus diesem Anlass sendet das rbb Fernsehen den Zweiteiler "Der letzte Patriarch" mit Mario Adorf in der Titelrolle. Der aufwendige Zweiteiler erzählt ein bewegendes Familiendrama in Zeiten von Globalisierung und Produktpiraterie: Der alteingesessene Lübecker Marzipanfabrikant Konrad Hansen tritt als Firmenchef zurück. Nachfolger wird nicht wie erwartet sein erstgeborener Sohn Sven, sondern sein jüngeren Sohn, der smarte Überflieger Lars. Lars hatte den Vater durch die zukunftsorientierte, aber ebenso risikoreiche Expansion der Firma nach China beeindruckt. Die Familie ist über die einsame Entscheidung des Patriarchen entsetzt, es kommt zum Disput. In der Krise besinnt Konrad sich auf seine langjährige Freundin Ruth, eine Künstlerin, die zurückgezogen auf dem friesischen Land lebt und der er vertraut. Noch ahnt Konrad nicht, wie schnell er seine Entscheidung, Lars zum Firmenchef zu berufen, bereuen wird.
Hintergrundinformationen: Mario Adorf zählte zu den herausragendsten und bekanntesten deutschen Schauspielern. Am 8.9.1930 in Zürich geboren, studierte Adorf ab 1953 an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule Schauspiel. Bereits 1954 erhielt er sein erstes Engagement beim Film in Paul Mays dreiteiliger Filmreihe "08/15". Nur drei Jahre später wurde er mit dem Filmband in Gold als Bester Nachwuchsdarsteller für seine Rolle in Robert Siodmaks Drama "Nachts, wenn der Teufel kam" ausgezeichnet. Seine Darstellung des Banditen Santer in Harald Reinls "Winnetou I" von 1963 machte ihn weltbekannt. Es folgten für Adorf zahlreiche internationale Zusammenarbeiten mit bedeutenden Regisseuren wie Sam Peckinpah, Franco Rossi, Billy Wilder, Claude Chabrol, Wolfgang Staudte und John Frankenheimer oder Sergio Corbucci und Dario Argento. In der kreativsten Zeit des italienischen Kinos der Sechziger- und Siebzigerjahre war Adorf ebenso ein gern gesehener Darsteller. Sein leidenschaftlicher Auftritt als Mafioso Rocco in "Milano Kaliber 9" (1971, Regie: Fernando Di Leo) trug dazu bei, dass dieser Film zu den bemerkenswertesten Vertretern des Genres des Poliziottesco wurde. Der Neue Deutsche Film entdeckte Mario Adorf gleichsam für sich. So schlossen sich weitere populäre Rollen an, wie in Roland Klicks "Deadlock" (1970), in Volker Schlöndorffs, Margarethe von Trottas "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975), in "Die Blechtrommel" (1979, Schlöndorff) oder in Rainer Werner Fassbinders "Lola" von 1981. Neben Kino, erfolgreichen Theaterauftritten ist das Fernsehspiel nicht minder wichtig in Adorfs Schaffen. Hier prägte er unter anderem die berühmten Mehrteiler "Via Mala" von Tom Toelle (1985), war gleich dreifach unter der Regie von Dieter Wedel in "Der große Bellheim" (1993), "Der Schattenmann" (1996), in "Die Affäre Semmeling" (2002) in der Hauptrolle zu sehen. Kult wurde seine Rolle als Klebstofffabrikant in der Fernsehserie "Kir Royal" (1986) des Regisseurs Helmut Dietl. In seiner Karriere wirkte Mario Adorf in mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen mit und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.