Mein Sohn Helen

Sendezeit: 13:45 - 15:15, 18.01.2020
Genre: Drama
  • Hörfilm, Sendung mit akustischer Bildbeschreibung
  • Untertitel für die Sendung verfügbar
  • Darsteller: Heino Ferch (Tobias Wilke), Jannik Schümann (Finn Helen Wilke), Winnie Böwe (Diana Calis), Kyra Kahre (Jasmin Thalheimer), Judith Rosmair (Gabi Schäfer), Zoe Moore (Louisa Atalay), Timur Bartels (Adrian Peschel), Özgür Karadeniz (Boris Atalay), Sanne Schnapp (Petra Atalay), Thilo Prothmann (Helge Schott), Milena Dreißig (Mimi Schott), Rafael Gareisen (Christopher Funke), Hauke Petersen (Theo Kalkbrenner), Luc Feit (Dr. Noak), Irene Rindje (Frau Moor), Manfred Andrae (Hans Wilke)
  • Regie: Gregor Schnitzler
  • Kamera: Jutta Pohlmann
  • Musik: Maurus Ronner
  • Produzent: DEG
  • Andere Personen: Sarah Schnier
Deutschland (2015) Als Tobias Wilke den 17-jährigen Finn nach dessen einjährigem Auslandsaufenthalt vom Flughafen abholen will, steht ihm eine junge Frau gegenüber, in der er nur langsam seinen Sohn wiedererkennt. Finn erklärt seinem verwirrten Vater, sich schon immer als Mädchen im Jungenkörper gefühlt zu haben. Er nennt sich nun Helen. Das Austauschjahr bei seiner Tante in den USA hat er genutzt, um die sexuelle Identität endlich offen zu zeigen. In der Zeit in San Francisco ist sein Entschluss endgültig gereift, sich ab sofort als Mädchen zu kleiden und bei Eintritt der Volljährigkeit eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen lassen zu können. Für sein Umfeld beginnt der Härtetest. Nach dem ersten Schrecken sieht sich der aufgewühlte Vater mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert: Wie kann es sein, dass er nichts gemerkt hat? Hat seine vor zwei Jahren tödlich verunglückte Frau, deren Verlust Tobias noch nicht überwunden hat, etwas gewusst? Aber auch Helen muss sich schmerzlichen Fragen stellen: Wird es ihr gelingen, bei ihrem Entschluss zu bleiben? Selbst auf die Gefahr hin, die Menschen, die ihr am meisten bedeuten, zu verlieren?
Gemeinsam begeben sich Vater und Tochter auf eine Reise, die sie gleichermaßen zueinander und zu sich selbst führt: ein komisches, liebevolles Ringen um Wahrheit und Selbstbestimmung.
Das Thema Transgender rückt immer stärker in den Fokus des öffentlichen Interesses, auch als Filmthema. Eindrucksvoll, authentisch und klug wird hier die Problematik in all ihren Schattierungen beleuchtet. Eine Dramedy mit feinem Humor, weder sentimental noch düster. Jannik Schümann glänzt mit seiner berührenden Darstellung von Finn/Helen. Und Heino Ferch als alleinerziehender Witwer stellt die emotionale Achterbahnfahrt vom gänzlich überforderten bis zum verständnisvollen Vater glaubhaft dar.
Hintergrundinformationen: Ein Film über ein Transmädchen, ehrlich, einfühlsam und mutig erzählt.